Zirkus Sardam    - Daniil Charms

 

Der Zweiakter spielt im Original in einem Puppenzirkus. Der Direktor tritt auf und möchte mit der Vorstellung beginnen. Jedoch wird er von Vertunov gestört, der für den Puppenzirkus arbeiten möchte. Vertunov bietet dem Direktor verschiedene Dinge an, die er zu können vorgibt, darunter dass er fliegen, bellen, auf einem Bein stehen, grunzen und wiehern könne. Doch nichts gelingt Vertunov , sodass der Direktor ihn aus der Manege schickt. Die Vorstellung beginnt.

 

Das Collectif DADOFONIC hat dieses Stück nicht als Puppen- oder Marionettentheater, sondern mit seinen 13 Darstellern als Objekt- und Bewegungstheater aufgeführt, wobei der Schwerpunkt auf das Visuelle gelenkt wird. Die Zirkusnummern aus dem 1. Akt wurden hierfür an ihre bereits einstudierten Zirkusnummern angepasst und visuell ausgebaut. Der Zuschauer wird in die Poesie des Zirkus entführt, die wieder und wieder gebrochen wird durch die Auftritte Vertunovs, dargestellt von Dan Tanson. Die Poesie des Zirkus entsteht hier gerade auch durch die Spezialität der Künstler des collectifs, sie ist keineswegs alltäglich, normal oder gewöhnlich. Vertunov, als durch und durch normaler Mensch, der sich ohne Behinderung, aber auch ohne Besonderheit in der normalen Welt zurechtfindet, ist in dieser Zirkuswelt der Überlebenskünstler (les artistes de leurs existences) völlig Fehl am Platz. Als er nach einer wunderlichen Metamorphose seines Körpers in eine absurde Form schließlich auftreten darf, hat er das Interesse verloren.

Eine Klangwelt, die sich anlehnt an die absurde Sprache Charms, seine dadaistischen Sprachspiele weiterentwickelt und die Szenen und Nummern sowohl begleitet als auch ergänzt, wurden von Fränz Hausemer angeleitet und einstudiert. Eine Zirkuskappelle gehört selbstverständlich zum Zirkus SARDAM.

 

Fotos

Zirkus Sardam ist eine Produktion des collectif DADOFONIC.

Regie: Ela Baumann

Schauspiel: Dan Tanson & das collectif DADOFONIC

Musik: Fränz Hausemer & das collectif DADOFONIC

Scénografie, Objekte, Kostüme: collectif DADOFONIC

Alter: +7 & fir déi ganz Famill Dauer: +/- 55 Minuten ohne Pause

Sprache: Lëtzebuergesch

Partner der Produktion: Kinneksbond Centre Culturel Mamer & das Mierscher Kulturhaus. Mit der Unterstützung: FOCUNA & Fondation EME & Fondation Grand Ducale

Premiere: 19. Oktober 2013 am Kinneksbond

Weitere Vorstellungen: 20. 10. 2013|tout public am Kinneksbond 23. & 24. 10. 2013|Schulvorstellungen am Kinneksbond 5., 6. & 7. 11. 2013|Vorstellungen im Kulturhaus Mersch  

23.02.2014 Vorstellung im Studio Grand Theatre Luxembourg